Jobcenter ist Chance für Langzeitarbeitslose

Jobcenter ist Chance für Langzeitarbeitslose

Wenn überall von Fachkräftemangel, einem boomenden Arbeitsmarkt und von Unternehmen, die händeringend nach Mitarbeitern suchen, die Rede ist, man aber trotzdem keine Arbeit findet, ist das deprimierend. Noch schlimmer wird es, wenn alle Freunde und Bekannte Arbeit haben. Hilfe für Langzeitarbeitslose bieten die Kommunalen Jobcenter der Landkreise beziehungsweise der kreisfreien Städte – hier in der Region das Kommunale Jobcenter Hersfeld-Rotenburg.

Die kommunalen Jobcenter sind Teil der Landkreise beziehungsweise der kreisfreien Städte und bieten ein Gesamtpaket an Leistungen und Lösungen. Das Ergebnis sind bürgernahe Jobcenter, kurze Wege, rasche Entscheidungen, umfassende und ganzheitliche Angebote sowie nachhaltige Unterstützung. Sie erbringen Leistungen aus einer Hand und verbinden ihre Angebote mit weiteren kommunalen Verantwortlichkeiten wie etwa von Jugendämtern, Schulen, Ausländerbehörden oder der Wirtschaftsförderung.

Um besonders schwer zu vermittelnden Langzeitarbeitslosen eine Perspektive zu ermöglichen, sind dezentrale Strukturen, örtliche Verantwortlichkeit und eine integrierte Leistungserbringung aus einer Hand maßgebliche Erfolgsfaktoren. Vor diesem Hintergrund ist es für die kommunalen Jobcenter wichtig, über entsprechende Gestaltungsspielräume und ausreichende Finanzmittel zu verfügen, um ihre ganze Kraft und Kompetenz zum Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit einsetzen zu können.

Jobcenter starten Kampagne „Stark. Sozial. Vor Ort.“

Um auf die Bedeutung dezentraler Arbeitsmarktpolitik aufmerksam zu machen, haben jetzt der Deutsche Landkreistag und der Deutsche Städtetag mit den 104 kommunalen Jobcentern unter dem Titel „Stark. Sozial. Vor Ort.“ eine gemeinsame öffentlichkeitswirksame Kampagne gestartet. Dabei werden deren Arbeit und Stärken zukünftig deutlicher ins Bewusstsein von Bürgerinnen und Bürgern, der Politik und den Unternehmen gerückt. 

Die 104 kommunalen Jobcenter sorgen bundesweit für 1,5 Millionen Menschen, die Unterstützung auf ihrem Weg in Arbeit und Ausbildung benötigen, integrieren pro Jahr mehr als 250.000 Menschen in nachhaltige Jobs und sind für ein Gebiet von mehr als 22 Millionen Einwohnern verantwortlich. Das Kommunale Jobcenter Hersfeld-Rotenburg ist dabei.

Mehr als ein Viertel der 407 Jobcenter werden als kommunale Jobcenter der Landkreise und kreisfreien Städte betrieben und erfüllen die SGB II-Aufgaben ohne die Bundesagentur für Arbeit eigenverantwortlich. Daneben nehmen 303 gemeinsame Einrichtungen als Mischbehörden aus der Bundesagentur für Arbeit und dem Landkreis/der kreisfreien Stadt die jeweiligen Teilzuständigkeiten beider Träger wahr.

Nach einer Reha-Maßnahme vom Kommunalen Jobcenter erfolgreich in eine neue Stelle vermittelt: Sozialdezernentin Elke Künholz (links), René Bieber (hinten rechts), Geschäftsführer des Kommunalen Jobcenters, und Reha-Fachberater Udo Hollstein (rechts) besuchten den Technischen Produktdesigner Benjamin Maurer (links) an seinem Arbeitsplatz bei der Firma FFT in Fulda. Mit dabei waren Geschäftsführer Manfred Hahl sowie Personalleiterin Angela Hüther.

Für Landräte, Beigeordnete sowie für Oberbürgermeister ist kommunale Arbeitsmarktpolitik Chefsache. Sie verfügen über eine starke demokratische Verankerung. Die kommunalen Jobcenter unterliegen der Kontrolle der Bürger über die direkt gewählten Kreistage und Stadträte. Sie entwickeln lokale und regionale Aktivitäten, die sich gut mit den Maßnahmen der örtlichen Netzwerkpartner verzahnen. Vorteile sind dezentrale Strukturen und kreative maßgeschneiderte Lösungen. So können Schwerpunkte bei der Förderung entsprechend den regionalen und kommunalen Notwendigkeiten gesetzt werden.